Die TAZ hat gestern ein Interview mit Herrn Sawicki veröffentlicht, in dem es um die geplante Umbesetzung des Postens des obersten Arzneiprüfers, am Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, geht. Die neue Bundesregierung, vertreten durch den Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler, scheint sich darauf geeinigt zu haben Hernn Sawacki nicht mehr beschäftigen zu wollen obwohl eine große Anzahl Professoren und anderer Gesundheitsexperten für den Verbleib gestimmt haben.
Herr Sawacki und der TAZ Journalist scheinen zu befürchten, dass die Qualität der Prüfung in Zukunft leiden müsste, sollte der Wechsel umgesetzt werden.
Laut des Artikels will die neue Bundesregierung einen wirtschaftsfreundlicheren Leiter einsetzen und die Prüfungen beschleunigen. Das könnte bedeuten, dass die Prüfung auch weniger intensiv stattfände.
Als ich den Artikel las, habe ich mcih gefragt ob der vom Bundesgesundheitsministerium eingeschlagene Kurs der richtige sein kann. Natürlich kann eine extrem lange Prüfung eines Medikamentes dazu führen, dass einzelne innovative Medikamente länger als unbedingt notwendig vom Markt ferngehalten werden. Sicherlich wären dann die Menschen besonders betroffen, die unter einer entsprechenden Krankheit leiden.
Doch was bedeutet eine kürzere, eventuell den Pharmafirmen wohlgestimmte, Prüfung für das Gesundheitssystem und damit für den Beitragszahler?
Ist es möglich, dass ineffiziente, aber neue und damit teure, Medikamente auf den Markt geworfen werden? Wächst ein Risiko für denjenigen, der behandelt wird? Kann der Patient sogar als Versuchskaninchen benutzt werden, da weniger Tests vorher weniger Geld kosten und somit den Profit erhöhen?
All diese Fragen, die teilweise auch in dem Interview erwähnt wurden, sind denke ich berechtigt. Was die Zukunft bringt wird man sehen, ich werde natürlich hier weiter Informationen sammeln und veröffentlichen.
Posts mit dem Label Medikamente werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Medikamente werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Dienstag, 19. Januar 2010
Dienstag, 24. November 2009
Apotheken in Deutschland
Gedanken zu DocMorris und anderen Apothekenketten.
Große Versandapotheken wie oben genannte haben in Deutschland noch einen schweren Stand, nach all den Gerichtsverhandlungen zum Thema verschreibungspflichtige Medikamente im Jahr 2003 nach denen DocMorris erst nciht und dann doch, aber noch nicht zu 100% sicher auch verschreibungspflichtige Medikamente gegen Rezept nach Deutschland liefern darf war auch das Thema Filialapotheken ein großer Streitpunkt.
Was war nun das Konzept und warum haben sich die deutschen Apotheker so dagegen gewehrt?
In Deutschland dürfen Apotheken nicht einer GmbH oder AG gehören, nur Einzelpersonen oder nicht haftungsbeschränkte Personengesellschaften dürfen eine Apotheke betreiben und zudem dürfen nur ausgebildetete Apotheker eine Apotheke besitzen. (Quelle) Dadurch soll vermieden werden, dass unqualifiziertes Personal oder rein wirtschaftliche Interessen bei der Medikamentenausgabe entscheidend sind (zum Beispiel welches Produkt eines Antidepressivums oder eines Medikaments gegen einen Hautausschlag).
Der Europäische Gerichtshof hat Deutschland (und vor allem seinen Apothekern) bestätigt, dass diese Regelungen gelten und weitehin gelten dürfen.
Bedeutet dies also einen Vorteil für die Patienten? Welche Folgen hat das bestehende System für die Arzneimittelkosten?
In erster Linie sind Apotheker also Einzelverhandler mit Pharmavertretern, die wenigen großen Konzerne stehen vielen nur lose untereinander in Verbindung und in direkter Konkurrenz stehenden Apothekern gegenüber. Welche Seite hat also die stärkere Verhandlungsposition? Ein Schelm wer Böses dabei denkt.
Außerdem muss sich jeder Apotheker selbst um sein Marketing und um seine Buchhaltung kümmern, was natürlich Kosten verursacht. Diese Kosten trägt nicht der Apotheker alleine, die trägt der Kunde durch Arzneimittelpreise die höher sind als sie sein könnten, wenn Apothekenketten eine Arbeitsteilung begünstigen könnten.
Natürlich soll dem einzelnen Apotheker nicht die Kompetenz abgesprochen werden zu wissen welche Arzneimittel die besten für seine Kunden sind, aber trotzdem muss bedacht werden, dass Preise für den Kunden wichtig sind und das nciht einmal unbedingt bei Kopfschmerztabletten, Salben oder Cremes, sondern insbesondere für Patienten mit chronischen Krankheiten.
Ein Mittelweg ist die neu entstandene Franchiseapotheke, bei der der Betreibende ein ausgebildeter Apotheker ist, welcher die Produkte aber vom Franchisegeber bezieht und auch seine Filiale nach bestimmten Vorgaben einrichtet, Aktionen übernimmt und Werbemittel gestellt beommt.
Wie sich das auswirkt, soll in einem späteren Post behandelt werden.
Große Versandapotheken wie oben genannte haben in Deutschland noch einen schweren Stand, nach all den Gerichtsverhandlungen zum Thema verschreibungspflichtige Medikamente im Jahr 2003 nach denen DocMorris erst nciht und dann doch, aber noch nicht zu 100% sicher auch verschreibungspflichtige Medikamente gegen Rezept nach Deutschland liefern darf war auch das Thema Filialapotheken ein großer Streitpunkt.
Was war nun das Konzept und warum haben sich die deutschen Apotheker so dagegen gewehrt?
In Deutschland dürfen Apotheken nicht einer GmbH oder AG gehören, nur Einzelpersonen oder nicht haftungsbeschränkte Personengesellschaften dürfen eine Apotheke betreiben und zudem dürfen nur ausgebildetete Apotheker eine Apotheke besitzen. (Quelle) Dadurch soll vermieden werden, dass unqualifiziertes Personal oder rein wirtschaftliche Interessen bei der Medikamentenausgabe entscheidend sind (zum Beispiel welches Produkt eines Antidepressivums oder eines Medikaments gegen einen Hautausschlag).
Der Europäische Gerichtshof hat Deutschland (und vor allem seinen Apothekern) bestätigt, dass diese Regelungen gelten und weitehin gelten dürfen.
Bedeutet dies also einen Vorteil für die Patienten? Welche Folgen hat das bestehende System für die Arzneimittelkosten?
In erster Linie sind Apotheker also Einzelverhandler mit Pharmavertretern, die wenigen großen Konzerne stehen vielen nur lose untereinander in Verbindung und in direkter Konkurrenz stehenden Apothekern gegenüber. Welche Seite hat also die stärkere Verhandlungsposition? Ein Schelm wer Böses dabei denkt.
Außerdem muss sich jeder Apotheker selbst um sein Marketing und um seine Buchhaltung kümmern, was natürlich Kosten verursacht. Diese Kosten trägt nicht der Apotheker alleine, die trägt der Kunde durch Arzneimittelpreise die höher sind als sie sein könnten, wenn Apothekenketten eine Arbeitsteilung begünstigen könnten.
Natürlich soll dem einzelnen Apotheker nicht die Kompetenz abgesprochen werden zu wissen welche Arzneimittel die besten für seine Kunden sind, aber trotzdem muss bedacht werden, dass Preise für den Kunden wichtig sind und das nciht einmal unbedingt bei Kopfschmerztabletten, Salben oder Cremes, sondern insbesondere für Patienten mit chronischen Krankheiten.
Ein Mittelweg ist die neu entstandene Franchiseapotheke, bei der der Betreibende ein ausgebildeter Apotheker ist, welcher die Produkte aber vom Franchisegeber bezieht und auch seine Filiale nach bestimmten Vorgaben einrichtet, Aktionen übernimmt und Werbemittel gestellt beommt.
Wie sich das auswirkt, soll in einem späteren Post behandelt werden.
Labels:
Apotheke,
Gesundheitssystem,
Medikamente,
Versandapotheke
Abonnieren
Posts (Atom)
